Freya
Freya – Göttin der Liebe, des Krieges und der Magie
Freya ist die mächtigste Göttin der nordischen Mythologie – und die am meisten missverstandene. Sie ist nicht die sanfte Liebesgöttin der Popkultur. Sie ist Kriegerin, Magierin, Anführerin der Walküren.
Wer ist Freya?
Freya (Freyja – „die Herrin") ist die Tochter des Vanen-Gottes Njörðr und Schwester von Freyr. Sie kam nach dem Krieg zwischen Asen und Vanen als Geisel nach Asgard – und wurde dort eine der angesehensten Göttinnen. Von ihrem Namen leiten sich Friday (Englisch) und Freitag (Deutsch) ab.
Freya und die Seiðr-Magie
Freya ist die Meisterin der Seiðr – der mächtigsten Magie der nordischen Welt. Nicht gewöhnliche Zauberei, sondern die Kunst, das Schicksal zu sehen und zu beeinflussen. Freya lehrte diese Magie den Göttern – auch Odin. Der Allvater lernte seine tiefste Weisheit von ihr.
Freya als Kriegerin
Freya führt die Walküren und hat nach jeder Schlacht das erste Auswahlrecht: Die Hälfte der Gefallenen kommt zu ihr nach Fólkvangr, die andere Hälfte zu Odin nach Walhalla. Sie fährt auf einem Wagen, gezogen von zwei Katzen, und trägt einen Mantel aus Falkenfedern – der ihr erlaubt, die Gestalt zu wechseln.
Freya und die Trauer
Freyas Mann Óðr geht immer wieder auf Wanderschaft und verschwindet lange. Freya weint goldene Tränen um ihn. Diese Tränen werden zu Gold auf Meeresböden und zu Bernstein an den Küsten. Es ist eines der zärtlichsten Bilder der nordischen Mythologie: Die mächtigste Göttin weint um einen Vermissten.
Stärke und Trauer sind keine Gegensätze. Freya lebt beides – gleichzeitig.
Symbolik
Liebe als Kraft. Liebe ist in der nordischen Weltanschauung keine passive Emotion – sie kämpft, schützt, leidet. Freya verbindet Liebe und Krieg als Einheit, nicht als Widerspruch.
Weibliche Macht ohne Entschuldigung. Freya entschuldigt sich für nichts. Sie beherrscht die mächtigste Magie. Sie entscheidet, wohin die Toten gehen. In einer Kriegsgesellschaft zeigte sie: Macht hat kein Geschlecht.
Transformation. Der Falkenmantel steht für Freyas Fähigkeit, zwischen Welten zu reisen, Grenzen zu überschreiten – gleichzeitig dies und jenes zu sein.