Valkyren
Valkyren – Die Schlachtwählerinnen
Sie reiten über Schlachtfelder, unsichtbar für die meisten, sichtbar für die Sterbenden. Sie wählen – nicht wer gewinnt, sondern wer stirbt. Und wohin die Toten gehen.
Wer sind die Valkyren?
Valkyrja kommt aus dem Altnordischen: valr (die Gefallenen) und kjósa (wählen). „Die Wählerinnen der Gefallenen." Die Valkyren sind Odins Kriegerinnen, die auf Pferden über Schlachtfelder reiten und die Gefallenen für Walhalla auswählen. Die Hälfte der Toten geht zu Odin, die andere zu Freya nach Fólkvangr.
Ihre Namen
Die Namen der Valkyren sind keine romantischen Schönheitsnamen – sie sind Beschreibungen des Krieges: Hildr (Kampf), Geirskögul (Speerschüttelerin), Herfjötur (Heeresfesselerin), Sigrun (Siegrune), Brynhildr (Rüstungskampf).
Brynhildr – die bekannteste Valkyrie
Brynhildr widersetzte sich Odins Befehl – sie ließ den falschen König siegen. Als Strafe wurde sie in einen magischen Schlaf versetzt, umgeben von einem Feuerring. Nur der mutigste Held könnte sie erwecken. Dieser Held wurde Sigurd – und ihre Geschichte wurde zu einem der tragischsten Liebesdramen der nordischen Mythologie. Richard Wagner nahm sie als Grundlage für den Ring des Nibelungen.
In der Schlacht zu fallen und von einer Valkyrie nach Walhalla getragen zu werden – das war die höchste Auszeichnung.
Symbolik
Schicksal als aktive Kraft. Die Valkyren sind keine passiven Beobachter. Sie greifen ein, sie entscheiden. Selbst Götter können sich irren – wie Brynhildr beweist.
Ehre im Tod. Die Auswahl durch eine Valkyrie war keine Strafe. Es war die höchste Auszeichnung – der Beginn des wahrhaften Kriegerlebens.
Weibliche Stärke im Krieg. In einer Zeit, in der Frauen aus dem Kriegsdienst ausgeschlossen waren, bevölkerten die Valkyren die nordische Vorstellung vom Krieg als mächtige, unabhängige Kriegerinnen.