Freyr
Freyr – Gott der Fruchtbarkeit und des Friedens
Freyr ist der Gott, den die Wikinger am häufigsten um etwas baten. Nicht um Sieg – um Regen, gute Ernten, Frieden und Wohlstand. Er opfert sein Schwert für die Liebe. Und fällt bei Ragnarök ohne es.
Wer ist Freyr?
Freyr – „der Herr" – ist der Sohn des Vanen-Gottes Njörðr und Bruder Freyas. Er herrscht über Álfheim, das Reich der Lichtalben, und besitzt das magische Schiff Skíðblaðnir, das immer Wind in den Segeln hat und zu einer Taschengröße gefaltet werden kann. Sein Reittier ist der goldene Eber Gullinbursti – leuchtend wie die Sonne.
Im Uppsala-Tempel – dem wichtigsten Heiligtum der nordischen Welt – stand Freyrs Statue neben Odin und Thor. Alle neun Jahre fanden dort große Opferfeste statt.
Das Schwert und die Liebe
Freyr setzte sich unbefugt auf Odins Hochsitz und erblickte von dort Gerðr – eine Riesin von überirdischer Schönheit. Er verliebte sich so tief, dass er nichts essen oder schlafen konnte. Er schickte seinen Diener Skírnir zu ihr – und gab ihm als Lohn sein magisches Schwert, das von selbst kämpfte und jeden Feind besiegte.
Gerðr stimmte zu. Freyr bekam seine Liebe. Aber er war ohne Schwert. Bei Ragnarök kämpft er gegen Surtr, den Feuerriesen – ohne es. Er fällt.
Er gab das Werkzeug seines Überlebens für Liebe. Torheit oder Würde – das entscheidet jeder selbst.
Symbolik
Liebe über Vernunft. Freyr gibt sein Schwert für Gerðr – ein Tausch, der ihm das Leben kostet. Die Fähigkeit, für Liebe zu opfern, ist nicht Schwäche. Sie ist das Menschlichste, was es gibt.
Frieden als aktive Kraft. Wo Krieg herrscht, werden keine Felder bestellt. Freyr versteht Frieden als positive Kraft – als das, was Wachstum und Leben erst ermöglicht.