Ragnarok
Ragnarök – Das Ende aller Dinge
Die Götter werden sterben. Die Welt wird untergehen. Und Odin weiß es seit immer. Trotzdem kämpft er. Ragnarök ist nicht das Ende als Katastrophe – es ist das Ende als bewusste Entscheidung, trotzdem zu kämpfen.
Was bedeutet Ragnarök?
Das Wort Ragnarök setzt sich aus ragna (der Götter) und rök (Schicksal, Bestimmung) zusammen. „Das Schicksal der Götter" – präziser und nüchterner als der Begriff „Götterdämmerung", den Richard Wagner für seinen Opernzyklus verwendete.
Die Vorzeichen
Baldrs Tod: Der schönste, reinste aller Götter wird durch Lokis Täuschung getötet. Sein Tod erschüttert Asgard und läutet das Ende ein.
Fimbulwinter: Drei Winter ohne Sommer. Schnee und Eis, die nicht enden. Menschen kämpfen gegeneinander, Familienbande zerreißen.
Die Fesseln brechen: Fenrir, der Urwolf, bricht frei. Die Midgardschlange Jörmungandr löst sich aus den Tiefen des Ozeans.
Der letzte Kampf
Odin kämpft gegen Fenrir – und wird verschluckt. Sein Sohn Víðarr rächt ihn.
Thor tötet Jörmungandr – und stirbt an ihrem Gift, neun Schritte später.
Freyr fällt gegen Surtr, den Feuerriesen, ohne sein Schwert.
Loki und Heimdall töten sich gegenseitig. Danach verbrennt Surtr die Welt.
Die Erneuerung
Aber das ist nicht das Ende des Endes. Aus der Völuspá: „Sie sieht wieder aufsteigen die Erde aus dem Meer, wieder grün werden." Eine neue Welt entsteht. Baldur kehrt zurück. Das Spiel beginnt von vorn. Ragnarök ist kein absolutes Ende – es ist ein Ende, dem ein Neuanfang folgt.
Mut ist nicht die Abwesenheit von Wissen über die eigene Niederlage. Mut ist, trotzdem weiterzumachen.
Symbolik
Mut angesichts der Unvermeidlichkeit. Odin weiß, was kommt. Und bereitet sich trotzdem vor. Das ist die nordische Antwort: Was tust du, wenn du weißt, dass du verlieren wirst? Du kämpfst trotzdem. Mit voller Kraft. Ohne Illusionen.
Erneuerung durch Zerstörung. Feuer löscht Wälder aus und macht Platz für neue. Winter tötet das Alte und öffnet den Boden für Frühling. Das Ende ist Voraussetzung für etwas Neues.